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Geschichte der JFW

Jugendfeuerwehr in Deutschland

1882 wurde die erste Jugendfeuerwehr Deutschlands in Oevenum auf der Insel Föhr gegründet. Damit ist die Oevenumer Jugendfeuerwehr vermutlich auch die älteste in Europa.

In Deutschland ist zur Aufnahme in eine Jugendfeuerwehr, je nach Bundesland, ein Mindestalter von durchschnittlich zehn Jahren erforderlich. Es gibt allerdings in einigen Orten Kindergruppen, so dass bereits Kinder ab sechs oder acht Jahren die Feuerwehr kennenlernen können. Diese sind allerdings nicht Teil der offiziellen Jugendfeuerwehren. Mit 17 Jahren (Hessen, BW), in anderen Bundesländern schon früher, kann ein Jugendfeuerwehrmitglied in den aktiven Dienst der Feuerwehr übernommen werden. Es folgt eine so genannte „Truppmannausbildung“ (auch Grundlehrgang oder Grundausbildung genannt), in der grundlegende Tätigkeiten der Feuerwehr theoretisch und praktisch erlernt werden müssen (beispielsweise Brandlehre, Feuerwehrfahrzeuge, Brandbekämpfung). Entsprechende Regelungen sind in den Landesgesetzen verankert.


Minifeuerwehren

In so genannten Minifeuerwehren wird Kindern ab vier Jahren neben Spiel und Spaß das richtige Verhalten in Gefahrensituationen vermittelt. 1992 wurde im Frankfurter Stadtteil Praunheim die erste Minifeuerwehr gegründet. Dieses Konzept haben mittlerweile zahlreiche weitere Feuerwehren in Deutschland übernommen.


"Junge Brandschutzhelfer" in der DDR

Durch das Jugendgesetz der DDR vom 4. Mai 1964 wurden in der Deutschen Demokratischen Republik die Arbeitsgemeinschaften „Junge Brandschutzhelfer“ gegründet. Sie sollten den Kindern außerhalb der Schule, Grundlagen des Brandschutzes und organisierende Tätigkeiten des Brandschutzes beibringen. Diese AG wurde im allgemeinen durch Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr geleitet. Ab der 5. Klasse wurde im Schulunterricht u.a. Vorbeugender Brandschutz, Brandbekämpfung und Erste Hilfe gelehrt. Nach der Deutschen Wiedervereinigung gingen die Arbeitsgemeinschaften in „Jugendfeuerwehren“ über.

Ziel Nachwuchsförderung

Ein wichtiges Anliegen der Jugendfeuerwehr besteht in dem Heranführen von Jugendlichen an die Aufgaben der Feuerwehr. Auf Grund der geänderten demographischen Entwicklung der westlichen Gesellschaft (weniger Kinder) ist diese Förderung sehr wichtig, da gerade kleinere freiwillige Wehren schon jetzt Personalsorgen haben. Leider ist die Zahl der Quereinsteiger in die Einsatzabteilungen der freiwilligen Feuerwehren rückläufig, so dass vielerorts die Jugendfeuerwehr die größte Nachwuchsquelle an Einsatzkräften ist.

Beispiel Ostdeutschland

Gerade in Ostdeutschland gibt es das Problem, dass ein Großteil der ausgebildeten Jugendlichen, bereit für den aktiven Dienst in der Feuerwehr, aus ihrer Heimat nach Westdeutschland wegziehen. Begründet ist dies meist durch schlechtere Ausbildungs- und Einstellungschancen für die Jugendlichen in ostdeutschen Regionen.

Letztendlich wurden zwar Jugendliche zu Feuerwehrleuten „angelernt“, das Ziel der betroffenen Wehren, nämlich neue Feuerwehreinsatzkräfte an ihren Ort zu binden, wurde aber verfehlt. Somit gibt es nur noch sehr wenige junge Einsatzkräfte in wirtschaftsschwachen Regionen.


Ausbildung und Gemeinschaft

Betreut wird eine Jugendfeuerwehr von Jugendfeuerwehrwarten. Sie betreuen die Gruppe aus Kindern und Jugendlichen. Eine solche Gruppe trifft sich meist wöchentlich zur gemeinsamen Ausbildung. Die Ausbildung enthält das Erlernen von Grundtätigkeiten im Feuerwehrdienst, sowie die Übung von Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Allgemeinwissen. Auch gemeinsame Unternehmungen außerhalb des Feuerwehrrahmens stehen in vielen Jugendfeuerwehren auf dem Programm. So können zum Beispiel Zeltlager, Kinobesuche oder sportliche Tätigkeiten wie Fußball durchgeführt werden. Diese fördern ganz besonders den Aufbau eines Zusammengehörigkeitsgefühls, innerhalb der Jugendfeuerwehr, welche später auf die Gemeinschaft in der Feuerwehr vorbereiten soll. Die Arbeit in der Jugendfeuerwehr umfasst demnach sowohl den Bereich der feuerwehrtechnischen Ausbildung, wie auch die allgemeine Jugendarbeit. Mittlerweile wird auch in der Jugendfeuerwehr auf soziale Aspekte vermehrt Wert gelegt. Z.b. kann man in NRW die sogenannte Jugendflamme in drei Stufen, deren Anforderungen auf das jeweilige Lebensalter abgestimmt ist, erwerben. Diese Auszeichnung erhalten nur Jugendfeuerwehrleute die ein gezieltes wenn möglich soziales Projekt durchgeführt haben (ab der Stufe II). Es können Theaterstücke eingeübt werden, Spielplatzpatenschaften übernommen oder sonstige Projekte durchgeführt werden, die der Gesellschaft zu Gute kommen sollen. Sei es zur Unterhaltung oder zur Unterstützung.

Besonders fortschrittlich geführte Jugendfeuerwehren suchen bereits frühzeitig den intensiven Kontakt zu ihren „großen“ Partnern der „Aktiven Wehr“. In gemeinsamen Übungen mit diesen wird den Jugendlichen deutlich, dass auch sie schon „dazugehören“ und ein wichtiger Teil der Wehr sind.

Im Rahmen der allgemeinen Jugendarbeit nehmen einige Jugendfeuerwehren an dem internationalen Jugendprojekt Young Helpers on the Air – YHOTA teil, bei dem es darum geht, mit anderen Jugendfeuerwehren sowie Jugendgruppen anderer Hilfsorganisationen und Schulsanitätsdiensten während einer weltweiten „Funkparty“ Kontakt miteinander aufzunehmen, die Kommunikation und Freundschaften untereinander zu fördern.


Jugendfeuerwehr im Einsatz

Von Bundesland zu Bundesland und teilweise sogar innerhalb eines Landkreises unterscheiden sich die Regelungen, wie Jugendliche an Einsätzen der Feuerwehr teilnehmen können (oder dürfen). Beispielsweise nach dem bayerischen Feuerwehrgesetz können Jugendliche mit Vollendung des 16. Lebensjahres außerhalb der Gefahrenzone (Beispielsweise als Funker) an Einsätzen teilnehmen.

Die Regelungen unterliegen der jeweiligen Feuerwehr, so gibt es Wehren, die ein Ausrücken der Jugendlichen gänzlich bis zum 18. Lebensjahr untersagen, andere hingegen erlauben dies ausdrücklich und statten ihre Jugendlichen sogar mit tragbaren Funkalarmempfängern (sog. Melder) aus.


Struktur

Organisation

Die Jugendfeuerwehr ist Teil der Freiwilligen Feuerwehr der jeweiligen Gemeinde. Trotzdem hat sie eine eigene Struktur und Organisationsform und Disziplin. Alle deutschen Jugendfeuerwehren sind in der Deutschen Jugendfeuerwehr (DJF), einer Gruppe des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), organisiert. Mittlerweile (Stand: Januar 2005) gibt die Deutsche Jugendfeuerwehr als Dachverband die Gesamt-Mitgliederzahl mit über 260.000 an, darunter seien mehr als 57.000 Mädchen. Die Gesamtanzahl der Jugendfeuerwehren in Deutschland belaufe sich auf „heute fast 18.000“.

Die einzelnen Gruppen werden von den Jugendwarten geleitet. Auf Stadt- oder Kreisebene finden sich die einzelnen Gruppen als Stadt- oder Kreisjugendfeuerwehr zusammen, welche durch einen Stadt- bzw. Kreisjugendfeuerwehrwart vertreten wird. Alle Jugendfeuerwehren sind zudem Teil der Landes- und der Bundesjungendfeuerwehr. Auch auf dieser Ebene finden Delegiertentreffen der Jugendfeuerwehren statt. So werden die Landesverbände durch den Landesjugendfeuerwehrwart und die Bundesjugendfeuerwehr durch den Bundesjugendleiter vertreten.


Wettbewerbe

Landesweit testen Jugendfeuerwehren sich untereinander in verschiedenen Wettbewerben. Zu nennen sind hier:


  • Löschangriff Nass
Ein doppelter Löschangriff wird aufgebaut und Löschwasser in Zielbehälter Feuerlöschpumpe gespritzt.
  • Der Bundeswettbewerb Jugendfeuerwehr
bestehend aus einem A-Teil (Löschangriffsübung) und B-Teil (Staffellauf)
  • Gruppenstafette
Hier wird Geschicklichkeit und Schnelligkeit verlangt u. a. durch Knotenkunde.
  • 5x80m Feuerwehrstafette
Folgende Stationen sind enthalten: Eskaladierwand, Querbalken, Laufbalken, Hindernis mit Fenster, Löschen eines kleinen Feuers mit einer Kübelspritze
  • Sportliche Wettkämpfe (v.a. Fußball und Volleyball
  • Theoretische Prüfungen
  • Abzeichen (Jugendflamme, Leistungsspange und Wissenstest)
  • Auch beliebt sind Seifenkistenrennen, Orientierungsläufe oder das sogenannte „Spiel ohne Grenzen“, welches aus kleineren Geschicklichkeitsübungen besteht.

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